Ein Wort zu Stuttgart 21 und dem ganzen Bohei darum

Rückblick: Am 30.09.10 räumte die Polizei den Stuttgater Schlossgarten gewaltsam, da sich Demonstranten nicht verbal vom Verlassen der Baustelle des Großprojektes “Stuttgart 21” haben überzeugen lassen. Man führte sogar das Wort “Bürgerkrieg” im Munde, zumindest aber “bürgerkriegsartige Zustände”. Bürger, unter ihnen auch Minderjährige, kamen dabei tatsächlich zu Schaden. Darauf entbrannte in der Öffentlichkeit eine Diskussion, wer sich mit Schuld beladen hätte, dass es zum Ausbruch von Gewalt kam. Dazu folgende Anmwerkungen:

Eine Diskussion, wer gemeiner war – die Demonstranten oder die Polizei – ist kindisch. Auch in Gorleben hat mich dieses Gejammere schon immer genervt. Dieses Lamento ertönt besonders dann, wenn brave Bürger, vom empfundenen gerechten Zorn auf die Demo getrieben, feststellen müssen, dass Ihr Anliegen entgegen der eigenen Erwartung eben nicht auf einsichtige Verantwortliche trifft und zu einem nachdenklichen Einlenken führt, sondern im Gegenteil je lauter man krakehlt, das Schlagstöckchen zunehmend fester auf dem Buckel tanzt. Das ist – die Feder sträubt sich fast fortzufahren aber so ist es halt – systemimmanent korrekt. Außerhalb des Gesetze stehen nun mal die renitenten Demonstranten und mit Entwürdigung und blauen Flecken ist nun mal zu rechnen.

Und da haben Kinder natürlich nichts zu suchen. Wer das nicht versteht, kann seine Kinder gleich nach Palästina schicken und sie als menschliches Schutzschild für eine Waffenschmieden der Hamas vermieten. Und das ist auch alles, was dazu zu sagen ist.

Alles reduziert sich doch auf eine Frage: wie kann es sein, dass ein solches Projekt, welches formell demokratisch und mit entsprechendem Vorlauf beschlossen wurde (so scheint es zumindest), die politisch aktivierte Mehrheit (so scheint es zumindest) dagegen ist, und es keine demokratische Möglichkeit gibt, eine engültige direkte Entscheidung  durch die Bevölkerung herbeizuführen?

Verbessert doch das System, anstatt euch an den Mechanismen des gegenmärtigen abzuarbeiten. Aber vielleicht ist der Schwabe noch nicht reif für einen solch unerhörten Gedanken. Anstattdessen echauffiert man sich genüsslich an der gar gräuslichen Polzei, die nicht so zärtlich war, wie man es als anständiger Steuerzahler für’s gute Geld eigentlich erwartet hätte.

Fest steht jedoch, dass mit solchen Jammerlappen, die weder den Pulverdampf vertragen noch über die nötige Cleverness verfügen, um den Hebel an der richtigen Stelle anzusetzen, ohnehin kein Staat zu machen ist und sollte es in absehbarer Zeit tatsächlich zum Bürgerkrieg kommen, ich hoffentlich nicht mit diesen Vögeln im Schützengraben liegen werde müssen. De.

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