„Schützen wir die Polizei, vor Verdruss und Schererei“

Überschrift nach Georg Kreisler.

Die Krawalle in Frakfurt a.M. anlässlich der feierlichen Eröffnung des neuen EZB-Gebäudes am 18.03.2015 riefen wieder die üblichen Äußerungen hervor, die man ja im Grunde schon genug gehört hat weil es im Grunde auch immer die gleichen sind.

Die Lamenti beginnen völlig unpolitisch mit dem Bedauern um die abgebrannten Einsatzwagen, welche ja letzlich der kleine Mann mit seinen Steuergeldern zu bezahlen hätte, meist noch vor dem Mitleid für die armen Polizeibeamten, von welchen dutzende zu Schaden gekommen sind. Weiter geht es mit „So erreicht Blockupy  gar nichts!“, bis es dann bei Verschwörungstheorien endet, dass die brenenden Einsatzwagen eine Black-Flag-Operation durch Provokateure des Verfassungsschutzes gewesen sei.

Ja, und auch Jakob Augstein ist zuverlässig zur Stelle, um die Gewalt der Demonstranten der Gewalt des Kapitalismus gegenüberzustellen. Zynischerweise auf SPON sekundiert durch eine Werbeanzeige der arbeitgeberfinanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Der goodold Kapitalismus integriert doch einfach alles und jeden.

Nein, Deutschland ist noch nicht weit genug „unten“ für einen revolutionären Volkszorn. Im Gegenteil. Anders die Situation scheinbar in anderen Ländern, denn viele Demonstranten seien aus den europäischen Ausland angereist, wird im Nebensatz festgestellt – Griechenland, Spanien…

Scheinbar merkt der Unterdrückte im Kapitalismus, dass er unterdrückt wird erst dann, wenn er physisch hungert und sein Zahnarzt nur gegen Vorkasse bohrt. Der Unterdrücker, dass er unterdrückt, wenn ein Pflasterstein auf seiner Motorhaube landet.

Das kann ja eiter werden (Otto, 1973).

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