“Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Menschen!”

Wenn die Deutschen heutzutage ihren Kopf verlieren, dann überfallen sie nicht Polen – sie geben ihre Grenzen auf. Das ist schon mal erfreulich, insbesondere für die Nachbarn. Wobei – nicht so ganz. Denn derzeit übt Deutschland mit wachsender Begeisterung der autochtonen Teutonen selbst, auf Flüchtende die Anziehungskraft eines Schwarzen Loches aus, worüber seine Nachbarn nur den Kopf schütteln können.

Nicht nur, dass es ein “Basta!” nicht zu geben scheint, egal wie viele Flüchtlinge kommen, auch kann faktisch ein Syrer damit rechnen, wenn er sich nur anstrengt, egal wo er in Europa “einreist”, dass er (seltener sie) ungeachtet vom Dubliner Abkommen nach Deutschland (Wohlstand, Toleranz, Bayern München) durchgewinkt wird, wo er dann mit Beifall am Bahnhof empfangen wird. Als sei das noch nicht genug Motivation, sich selbst aus halbwegs sicheren UN-Flüchtlingslagern im syrischen Umland auf den lebensgefährlichen Weg zu machen, beginnen die in Merkels Kielwasser dümpelnde profilneurotische SPD sowie die linke Opposition eine Debatte über ein “angepasstes” Einwanderungsgesetz vom Zaun zu brechen, welches insbesondere für die Flüchtlinge Möglichkeiten der dauerhaften Bleibe in Aussicht stellt. Paradoxerweise mit dem Verweis, dadurch dem Fachkräftemangel begegnen zu können – sprich den Wünschen des Kapitals zu entsprechen. Eine echte sozialdemokratische Win-Win-Situation. Spätestens jetzt muss jedem Einleuchten, dass die Deutschen 70 Jahre nach Auschwitz immer noch keine Balance in ihrem Verhalten gegenüber “Ausländern” gefunden haben.

Da man den anderen Europäern nun gezeigt hat, wie die Genfer Flüchtlingskonvention richtig geht und man sich zum Weltmeister der Menschlichkeit hochtoleriert hat, kommt nun doch die Angst vor der eigenen Courage auf. Da man den grenzüberschreitenden Menschenmassen aus fernen Ländern in Deutschland selbst nicht mehr Herr wird, geht Angela Merkel nun bei ihren Amtskollegen in Europa und sogar Übersee Klinken putzen, auf dass diese ein paar zehntausend von den Elenden auf sich nehmen. Die Adressaten von Merkels Vermittlungsversuchen haben jedoch nur ein mäßiges Interesse an tausenden neuen muslimischen Mitbürgern. Allen voran der britische Premier James Cameron, der mit seinem Wahlversprechen, den jährlichen Zuzug von EU(!)-Ausländern auf 100.000 Personen zu begrenzen, es mit aktuell ca. 300.000 deutlich verbockt hat, und nun von der europakritischen und an deutschen Verhältnissen gemessen rechtspopulistischen UKIP unter Nigel Farage vor sich hergetrieben wird. Die fürchterlichen und traurigen Fotos vom toten Jungen am Strand haben nun die öffentliche Meinung aber buchstäblich über Nacht umschlagen lassen und nun dürfen eine handvoll (einige Tausend) Syrer einreisen. Nicht jedoch die überwiegend jungen Männer, welche die Sache mit der Einreise insbesondere in Calais selbst in die Hand nehmen, sondern die zurückgebliebenen direkt aus den Flüchtlingslagern um Syrien herum. Darunter dürften dann auch wieder Frauen und Kinder, Alte und Kranke sein. Welch ein Zeichen der Vernunft und Menschlichkeit.

Die letzten werden die ersten sein.

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