Winterkorn saß am Steuer

Winterkorn hat von den manipulierten Motorensteuerungen gewusst. Er ist verantwortlich. Hier ein paar Thesen:

  • Die Manipulation ist innerhalb eines engen Zirkels und ohne Kenntnis des Vorstandes durchgesetzt worden. Ein finanzielles Risiko in Milliardenhöhe zu tragen ist nicht Aufgabe von Abteilungsleitern. Milliardenrisiken dürften so ziemlich oberhalb aller Gehaltsklassen liegen – außer der des Vorstandes. In einem Konzern, indem es klare hierarchische Strukturen gibt und man Verantwortung nach oben delegieren kann besteht gar keine Notwendigkeit, solche Risiken auf sich zu nehmen.
  • Die Höhe des Risikos wurde unterschätzt. Die Manipulation von Abgaswerten in betrügerischer Absicht birgt ein erhebliches Risiko, insbesondere in den klagefreudigen USA (q.e.d.), in denen neidische Konkurrenten (GM, Ford) sitzen. In jeder Firma ab einer gewissen Größe, insbesondere in denen mit sicherheitsrelevanten Systemen gearbeitet wird, gibt es Leute, die sich mit der Bewertung von Risiken, auch rechtlichen Risiken, beschäftigen. Insbesondere in technikbezogenen Sparten. Ohne irgendwelche Kenntnisse vom Aufbau des VW-Konzers zu besitzen kann man davon ausgehen, dass es solche Spezialisten bei VW gibt. Um dieses Risiko hätte man wissen müssen. Vielleicht nicht auf den Dollar genau beziffern können aber die Größenordnung müsste bekannt gewesen sein. Dass die Mitarbeiter das Risiko unterschätzten und deshalb die Information nicht bis zur Spitze vorgedrungen ist, würde ein Kategoerienfehler in der Risikobeurteilung voraussetzen. Unwahrscheinlich.

Also muss Winterkorn im Bilde gewesen sein. Doch warum nahm er das Risiko auf sich?

  1. Der Vorstand dachte, es würde nicht auffallen, wenn weltweit jedes Auto die Manipulation in sich trägt. Insbesondere da immer wieder von verschiedenen Stellen darauf hingewiesen worden ist, dass die realen Werte von Verbrauch und Schadstoffausstoß von jenen auf dem Papier abweichen. Es ist ja fast schon eine Binsenweisheit. Also eine Frage der Zeit, bis da jemand genauer hingucken würde.
  2. Der Vorstand ging aufgrund von Annahmen, die wir nicht kennen, davon aus, dass die Automobilindustrie damit durchkommen würde. Das ist die interessanteste Frage, die aber in Richtung Verschwörungstheorie geht. Insbesondere da es sich um eine weltweite Verschwörung handeln müsse.

Also entweder absoluter Blindflug von einem der wichtigsten Manager in Europa oder eine Verschwörungstheorie. Beide Möglichkeiten halte ich nach den mir vorliegenden Informationen für unwahrscheinlich. Aber gibt es noch andere Möglichkeiten?

Gerade lese ich, dass sich die Staatsanwaltschaft um Winterkorn kümmert. Es wird spannend!

 

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