Deutschland lässt Türken (wieder mal) die Drecksarbeit machen

“Wir wollen nicht so viele muslimische Migranten hier in Deutschland haben – Asylrecht hin oder her. Sie kommen aber trotzdem. Dennoch wollen wir keine Mauer um Europa bauen. Das könnten wir zwar tun, würde aber in Widerspruch zu unserem hohen moralischen Anspruch an uns selbst stehen. Also tun wir das, was wir diesbezüglich die letzten Jahrzehnte immer schon gemacht haben: wir überlassen die Drecksarbeit den ( ) Amerikanern, ( ) Briten, ( ) Despoten der Welt, (X) Türken.”

So muss man die Bemühungen des bedauernswerten weil von Angela Merkel vorgeschickten EU-Ratspräsidenten Donald Tusk bei dem gruseligen türkischen Präsidenten Erdogan lesen.

Da das Dublin-Verfahren faktisch pulverisiert ist, womit sich Deutschland bislang auf Kosten der an den EU-Außengrenzen liegenden Mitgliedsstaaten frei und unliebsamen Zuzüglingen gehalten hat, sucht man den zur Aufnahme verpflichteten Mitgliedstaat jetzt außerhalb der EU. Während sich Bio-Deutschland gelb vor Neid über Ungarn das Maul zerreißt, da sie sich mit ihrem Zaun das trauen (dürfen), was man sich selbst versagt, scharren sie nun bei dem personifizierten Alptraum liberaler Türken, Präsident Erdogan, an der Tür, um ihren eigenen Zaun in der Türkei bauen zu dürfen… bauen zu lassen. Naja, und sie lassen von einem Polen an der Tür scharren. Das ist der Preis, den der arme Donald Tusk an Merkel zu entrichten hat für seine Verweigerungshaltung bei der Flüchtlingsaufnahme.

Nun könnte man sagen, es wäre nicht unklug, die muslimischen Migranten innerhalb der islamischen Zivilisation unterschlüpfen zu lassen, bis die Luft in Syrien und im Irak wieder rein ist, anstatt zu versuchen, sie in einer westlichen Gesellschaft zwangszuintegrieren. Doch das ist nicht der Punkt. Ärgerlich ist, dass 70 Jahre nach Kriegsende und 25 Jahre nach der Erlangung der vollständigen Souveränität es in Deutschland nicht möglich ist, das auszusprechen, was ohnehin von der Politik de facto gerade verfolgt wird. Nämlich dass unkontrollierte Grenzübertritte nicht in unserem Interesse sind und ein Zaun Ausdruck unseres Willens wäre, unseren eigenen Interessen Geltung zu verschaffen.

Das Unglück, was daraus folgt ist, dass wegen des immer weiter bestehenden Selbstbetruges der Deutschen bezüglich der eigenen Interessen ausgerechnet der unmögliche türkische Silberrücken Erdogan jetzt Forderungen stellen darf. Dabei könnten wir eine Mauer ganz gut selber bauen. Das können wir so gut wie niemand anderes. Die Maurerkellen von 1961 liegen noch herum. Und in Ungarn ist der Job sogar schon erledigt.

Update 01.12.2015: Nun ist es so gekommen. Erdogan bekommt seine 30 Silberstücke (3 Milliarden Euro). Als wäre das nicht unsinnig genug, sind im Paket auch Visaerleichterungen und EU-Beitrittsverhandlungen inbegriffen, welche angesichts der aktuellen politischen Lage in der Türkei die Absurdität dieses Deals offenkundig machen und belegen, dass es sich nicht um ein Verhandlungsergebnis auf Augenhöhe handelt, sondern um Erpressung. Durch seine Willensschwäche ist Deutschland erpressbar und damit zur Last für ganz Europa geworden. Gratulation Frau Bundeskanzlerin, Gratulation Mitbürger!

Update 10.02.2016: Mittlerweile führt Erdogan die EU ganz schmalos am Gängelband.

Update 08.03.2016: Jetzt ist selbst den gegenüber Massenmigration wohlwollenden ganz unwohl bei der Sache.

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