Wolfgang “Lawine” Schäuble eine Lanze gebrochen

Jetzt ist es auch in Deutschland passiert: Wolfgang Schäuble hat es James Cameron nachgetan und die Flüchtlinge im Plural mit einer Metapher aus dem Bereich der Naturkunde angesprochen. Was bei Cameron der Schwarm war, ist für Schäuble die Lawine. Wie auch in GB ist die Folge ein Aufschrei der Empörung in der linksliberalen Qualitätspresse, dass es sich um eine Entmenschlichung handele. Wieso die Aufregung?

Ich erwarte von Managern wie Politikern, dass sie Dinge aus der Makroperspektive betrachten können, um die richtigen großformatigen Entscheidungen zu treffen. Und dann sind die Flüchtlinge eben keine Individuen mehr sondern eine gerichtete Bewegung. Und wenn die Gewalt einer Massenbewegung der einer Lawine zu gleichen scheint, die den Haushalt des Landes auf dem Kopf stellt und Pläne der Bevölkerung von der Art, wie Einwanderung zu wünschen sei hinfortfegt, dann ist das ein treffendes Bild. Gewalt kommt eben nicht nur konkret vor sondern auch abstrakt.

Und ich bin froh, dass es auch noch Politiker gibt, die das so sehen können. Der einzelne Bürger darf und soll sentimental, offenherzig und ein guter Gastgeber sein. Der Politiker aber muss aus der Vogelperspektive schauen und er muss auch möglicherweise harte Entscheidungen treffen, um die Menschen, für die er verantwortlich ist zu schützen, notfalls auch vor sich selber. Auch wenn es paradox klingen mag, damit der Bürger auch in Zukunft offenherzig sein kann und will. Eine emotional aufgeweichte Katrin Göring-Eckardt, Simone Peter oder ähnliche Gruselgestalten der derzeit intellektuell schwer impotenten Emo-Linken helfen bei dieser Aufgabe leider überhaupt nicht weiter.

Ich unterstelle den Mahnern, dass sie eine Zeit noch mitschwingen hören, als Menschen als Ratten oder Kakerlaken bezeichnet wurden und durch diese Umkategorisierung auch deren Vernichtung  psychologisch begünstigt worden ist. Ich verstehe die Sorge, halte es aber für übertrieben, bei jeglicher Kategorisierung “Rassist! Rassist!” zu schreien. Wenn wir uns nur in der Mikroebene, also beim Individuum aufhalten, wird letztlich alles beliebig und eine Bewertung und Steuerung der Vorgänge dieser Tage unmöglich.

Die Lebenslüge der Empörten ist letztlich die, dass der Mensch ein Individuum sei, welches jederzeit individuelle Entscheidungen treffe, die seinem freien Willen entspringen. Demzufolge immer eine individuelle Betrachtung verdiene, oder wie in diesem Fall, sich eine zusammenfassende Bewertung verbiete. Das ist ein eitles Missverständnis. Hat das ein Sozialismus je so postuliert? Der Mensch ist vor allem ein Produkt seiner genetischen Ausstattung sowie seiner Umwelt, die seit dem Moment wo er gezeugt wurde, schon im Mutterleib unablässig ihre Spuren in seinen Charakter prägt. Sobald wir die Ebene der Grundbedürfnisse verlassen, können wir sehr wohl sagen, dass jemand, der in Indien geboren und sozialisiert wurde, gewisse Dinge des Lebens nicht deswegen anders sieht und empfindet als jemand aus Hannover, weil er als Individuum aus freiem Willen und Antrieb zu dieser Betrachtungsweise gekommen ist, sondern weil es in seinerm Umfeld so üblich ist (oder genau deswegen zu einem entgegengesetzten Schluss kommt).

Das heißt, die Flüchtlinge aus anderen Zivilisationen zu betrachten, als würden sich mit Übertritt der Grenze die “beschriebenen Festplatten” im Kopf löschen und sie seien dann einfach nur “Menschen” ist eine geradezu lächerliche Annahme. Insbesondere, da es sich nicht um einzelne, mit der Situation unzufriedene Dissidenten handelt, die die Westlichen Werte voller Sehnsucht empfangen, sondern um den Querschnitt der Gesellschaft. Sie bringen sich und ihre teilweise für uns archaisch anmutenden Vorstellungen mit, welche insbesondere in der Dosis der derzeitigen Einwanderung, bei den Erfahrungen die Europa mit Einwanderung insbesondere aus der islamischen Zivilisation hat, zu Parallelgesellschaften führen wird und die sich Frage nach der Selbstbehauptung einer Westlichen Identität last but not least für die Deutschen (zusammen mit den Schweden) früher oder später stellen wird.

Ich finde das gewaltig.

 

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One thought on “Wolfgang “Lawine” Schäuble eine Lanze gebrochen

  1. …wenn Schäuble die Autofahrer nun mit einer zusätzlichen “Flüchtlings-Steuer” auf das Benzin belasten will, zeigt das doch, dass er die Flüchtlinge sehr wohl “schätzt” und diese Notlage (für wen auch immer) gerade mal wieder recht kommt, um die Staatskassen erneut aufzubessern… war nicht die Rede davon, dass die Kassen mehr Einnahmen erzielt haben als erwartet?…und glaubt jemand allen Ernstes, dass eine solche Steuer irgendwann wieder erlassen werden würde? Soli lässt grüßen! Eine Lanze für Schäuble vermag ich vor diesem Hintergrund nicht zu brechen….

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