Wieso die Hervorhebung des importierten Antisemitismus durch Flüchtlinge so wichtig für die Flüchtlingsdebatte ist

Erwiderung zu Levi Israel Ufferfilges Artikel “Antisemitismus – Wie die bürgerliche Mitte den Begriff missbraucht”

Auch wenn man es nicht immer merkt und es häufig bestritten wird, so schämen sich die Deutschen immer noch fürchterlich für den Holocaust. Manche so sehr, dass sie ihn leugnen und zu widerlegen versuchen, bei anderen reicht es nur zu der Forderung nach einem Schlussstrich. Ohne dafür statistische Belege zu haben meine ich aber, dass in der überwiegenden Mehrheit, insbesondere der sogenannten Mitte, ein ehrliches “Nie wieder!” getragen wird. Ob nun aus aufrichtiger Erkenntnis oder weil eine moralische Überlegenheit unverzichtbarer Bestandteil der eigenen Identität geworden ist. Doch am Ende ist es auch egal. Entscheidend ist, das man in Deutschland keinen Genozid mehr anzettelt.

Dass Deutschland als einziges Land der Europäischen Union sich in der Flüchtlingskrise so verhält, wie kein anderes Land, nämlich die Aufnahme der Flüchtlinge zu hundertausenden als alternativlos hinnehmend, jetzt “wo sie schon mal da sind” die Notwendigkeit der umfassenden Integration in unsere westliche Gesellschaft als gesetzt akzeptierend, ist kein reiner Zufall oder hat seine Ursache in einer erhöhten Mitleidsfähigkeit der Leute hierzulande. Der Grund ist natürlich ebenfalls der Holocaust. Denn es ist bekannt, dass sehr viele jüdische Flüchtlinge nur deswegen nicht den Gaskammern entkamen, weil sie als Flüchtlinge von Zielländern abgelehnt wurden und nicht emigrieren konnten. Um sich für die Zukunft vorsorglich auch die moralisch richtige Seite der Geschichte zu stellen, ist daher im deutschen GG das Recht auf Asyl nicht als freiwillige Wohltat empfohlen, sondern ist ein einklagbares Recht und liegt den Leuten ehrlich am Herzen.

Das Problem: die Mehrheit der Flüchtlinge 2015 sind keine verfolgte Minderheit oder mit dem System des Herkunftlandes über Kreuz liegende Dissidenten sondern normale Menschen auf der Suche nach 1. Sicherheit und 2. nach einem “besseren Leben”. Bei der Grenzüberschreitung löschen sich nicht ihre Festplatte im Kopf. Sie bringen sich und ihre Gesellschaft mit, vor der sie gleichzeitig geflohen sind. Eine gescheiterte Gesellschaft, welche die Ursache für ihr Unglück ist. Eine Gesellschaft, die durch die bloße Zahl der Migrierenden auch Teil unserer Gesellschaft werden wird und ihre Probleme unsere. Eine Gesellschaft, die in ihren Vorstellungen von Religion, Staat, Persönlichkeitsrechten, Sexualität, Emanzipation usw. in vielen Teilen genau das Gegenteil von dem ist, was sich erfreulicherweise in Deutschland etabliert hat, nachdem erst Bomber Harris alles auf 0 setzen musste und später dann die Brandbomben durch Rosinen ersetzt wurden und mit Rock’n’Roll und Kaugummi der Westen seinen Siegeszug in den Herzen fortsetzte. Und zu unguter Letzt ist es eine Gesellschaft, in welcher die Ursache der deutschen Schande, der Vernichtungs-Antisemitismus, als Folklore weite Verbreitung erfährt und als wahrscheinlich einziges verbindendes Element die zerstrittenen islamischen Gesellschaften eint.

Unser Asyl bietet Menschen Zugang in unsere Gesellschaft, vor denen sie eigentlich geschützt werden müsste. Ein Gesetz, welches im Geiste für Juden gemacht wurde, aber heute (u.a.) Juden gefährdet.

Doch anstatt endlich als souveränes Land Verantwortung in Europa zu übernehmen und die Flüchtlinge anders zu organisieren als alle einfach reinzuholen, werden die Deutschen genau das nicht tun, um ihr Modell von sich und ihrer Rolle in der Welt aufrecht zu erhalten. Dazu ist es notwendig, und das werden sie ohne zu zögern tun, alle zivilisatorischen Errungenschaften des Westens, für die sie keinen Finger krumm gemacht haben, für die tausende alliierte Soldaten gefallen sind, die ihren Nazi-Opas und Nazi-Omas in die Schädel gebombt werden mussten, verraten (s. Kognitive Dissonanz).

Das tun sie, indem sie die Probleme, die die Neuankömmlinge in sich tragen, bagatellisieren, ausblenden, appeasen, Ausnahmeregelungen finden, gutgemeinte Integrationsprogramme finanzieren. Für Menschen, von denen sicherlich die meisten privat sehr nett sind, die derzeit echt arm dran sind, denen ich aber nicht, wenn sie sich erst mal in Communities organisiert haben, mit Kippa auf dem Kopf, als schwules Pärchen Hand in Hand oder Mitglied der jeweils anderen muslimischen Sekte nach Sonnenuntergang oder auch schon bei Tag begegnen möchte. Die ich lieber außerhalb Europas sicher und versorgt weiß als zu hunderttausenden in Deutschland (oder Schweden) – und in der Summe zu Millionen in Europa.

Der Antisemitismus ist in der Debatte so wichtig, weil er der einzige Aspekt ist, über den die mehrheitlich nicht jüdischen Deutschen keine Definitionsmacht ausüben. Er ist das Eichmaß, an welchem die eigene Verblendung gemessen werden kann. Auch wenn alle anderen aufklärerischen Werte vom blinden Willkommensfuror als nachrangig diskreditiert worden sind, geht das hier nicht.

Zudem ist der Antisemitismus der Kern des Paradoxons, welches unsere Gesellschaft in sich trägt. Toleranz bis zur Selbstaufgabe. Ursprünglich der Juden wegen und nun gegen die Juden ohne es zu beabsichtigen. Hier besteht die letzte Chance, wenn alle anderen Werte verleugnet worden sind, endlich die Realitäten zu sehen und zur Vernunft zu kommen.

 

 

 

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