Erkenntnisse nach Sylvester am #koelnhbf

Seitdem ich angefangen habe, einen politischen Blog zu führen, der sich anfänglich auch und mittlerweile fast ausschließlich mit dem Verhältnis der Deutschen zu dem Thema Einwanderung beschäftigt, weiß jede/jeder der wenigen LeserInnen, dass ich pessimistisch der gegenwärtigen Einwanderungspolitik gegenüberstehe. Die Erkenntnis, dass die faktische Aufhebung der territorialen Grenzen der Bundesrepublik zu der nicht-EU (Welt da draußen) und der angeblich alternativlosen Wahl- und Grenzenlosigkeit der Aufnahme von insbesondere mehrheitlich jungen Männern aus eben jener zu Problemen führen wird, ist als solches so unspannend, dass ich es eigentlich dabei bewenden lassen könnte, auf die Startseite “Ich habe es euch doch gesagt.” zu stellen und sofort hätte man wieder mehr Zeit für andere Tätigkeiten.

Doch das geht aus zwei Gründen nicht. Zum Einen muss man manchmal sagen, was man denkt – sonst platzt man. Zum Anderen haben mich die Gäste überrascht:

Die erste große Medien-Bombe ist nicht ein gelynchter Jude, eine von Salafisten gesprengte Moschee, auch kein Shootout bei U2, sondern ein wohl spontaner gemeinschaftlicher gewalttätiger sexueller Übergriff von zugereisten muslimischen Männern auf Frauen in der Sylvesternacht vor dem Kölner Hauptbahnhof. Das hat auch das Titanic-Magazin so überrascht, dass es titelte: “Wo ist die Scharia-Polizei, wenn man sie mal braucht?” Chapeau!

Überrascht? Warum eigentlich? Es sind ohnehin nicht die auch in Deutschland zweifellos bevorstehenden Terroranschläge, die das größte Problem sind. Terroristen können schlicht nicht überall sein und letztlich ist das Risiko, im Straßenverkehr ums Leben zu kommen oder an einer schrecklichen Krankheit zu erkranken ungleich höher als den Dschihadisten vor die Flinte zu laufen. Da ist die Statistik unser Freund. Und Deutschland ist eben nicht der Irak.

Viel größere Sorgen bereitete und bereitet mir die Etablierung großer muslimisch-orientalischer Parallelgesellschaften, die sich zu einer Integration in die westliche Wertegemeinschaft nicht veranlasst sehen und auf deutschem Territorium durch Zuwanderung und Reproduktion konkret Raum greifen. Die an einer ganz anderen zivilisatorischen Werkbank ihre Bretter bohren und die für unserer Kopfsalat aus Liberalität, Areligiösität, Kapitalismuskritik und Emanzipation bestenfalls “schwul” ist. Dass sich dieses Eigenbrot nicht nur aus konservativ-religiösen, wenn auch fremden aber immerhin irgendwie sittlichen Vorstellungen speist, sondern auch aus einer profanen Asi-Kultur, die in der muslimischen Zivilisation scheinbar wie auch in unserer ebenfalls existiert, das haben wir jetzt lernen müssen. Man möchte fast sagen “Lieber Kopftuch als Arschgeweih” (Peter Gauweiler, 2009), aber das möchte man dann wiederum doch nicht. Besser erst mal so wenig wie möglich von beidem.

Es hat in der Geschichte des Westens immer wieder Momente gegeben, in denen die Menschen den Mut fanden, alte Vorstellungen abzulegen, die elementare Bestandteile ihres Weltbildes waren. Das Universum dreht sich nicht um die Erde, man kann sich nicht beim Papst mit Geld aus der Hölle freikaufen und zum Regieren braucht man auch keinen Adel. Wie banal scheint die Erkenntnis, dass eine glückende Integration von Menschen einer Zivilisation in eine andere Zivilisation vor allem eine Frage der Dosis ist. Dennoch ist es den Deutschen dieser Tage nicht möglich, diese Erkenntnis zuzulassen und den verantwortlichen Politikern entsprechend zu handeln. Und das trotz aller Bildung und trotz aller verfügbaren Informationen.

Anstatt dessen zerfällt das Land scheinbar in jene, die sich für keinen Twist und Dreh zu schade sind, um bei Problemen mit der Integration die Gäste aus der Verantwortung zu nehmen, wenn überhaupt individuelle Defizite als Ursache der Probleme anstatt eines ganz normalen “ansozialisierten” Andersseins ausmachen, die anderen, die in ihrer Raserei in Denkmuster verfallen, welche wir seit 70 Jahren eigentlich nur noch von minderintelligenten Ewiggestrigen kennen. Scheinbar muss in Deutschland noch eine Haltung gefunden werden, welche einen vernünftigen Umgang mit dem Thema ermöglicht. Ich hoffe das passiert bald.

Für ein Europa, welches weiß, was es sich zumuten kann, welches Realitäten anerkennt, die Einwanderungspolitik wieder stärker an den Interessen der ansässigen Bevölkerung orientiert und neugierig auf das Fremde bleibt, ohne zu meinen, es sich ohne Maß und Ziel zu eigen machen zu müssen.

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