ZPS statt RAF

Als ich diese gesponsorte Facebook-Anzeige heute morgen zu lesen bekam, ging ich erst einmal davon aus, dass es sich hierbei um das Werk von rechtsgerichteten Trollen handeln müsse. In dem Thread bittet das „Zentrum für Politische Schönheit“ (ZPS) um eine Spende, um Björn Höcke (AfD) „das Leben zur Hölle zu machen.“ Gemeint ist damit, die Aktion um der 2017 erbautenden und dem Berliner Holocaust-Mahnmal nachempfundenen Installation in Sichtweite von Björn Höckes Wohnhaus in Bornhagen, weiterhin zu betreiben.

Um ehrlich zu sein fand ich das Mahnmal anfangs recht lustig und originell. Schon der Arbeit und Motivation wegen, die hinter einem solchen Projekt steckt, löste die Aktion bei mir Anerkennung aus. Wobei mir allerdings auch die Kritik daran einleuchtete, dass es in der politischen Auseinandersetzung problematisch ist, den Gegner privat unter Druck zu setzen. Insbesondere die begleitende Aktion, so eine Art Überwachung des Politikers durch einen sogenannten „Zivilgesellschaftlichen Verfassungsschutz Thüringen“ zu organisieren, stieß dann auch bei anfänglichen Unterstützern auf Kritik.

Dass die Aktion immer noch läuft hat mich überrascht. Zum einen, da es nur wenige Witz gibt, die immer wieder erneut erzählt lustiger werden (dieser gehört nicht dazu) und andererseits, dass es den Aktivisten des ZPS anscheinend ernst ist damit, dem Politiker dauerhaft zu schaden. Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen: ich halte nichts von Björn Höcke und es würde mich nicht wundern, wenn er eine vom Autoren signierte Ausgabe von „Mein Kampf“ oder ähnliche Leichen im Keller hätte. Aber sollte man sich nicht langsam wieder auf die politische Auseinandersetzung verlegen?

Nein, so entschied offenbar das ZPS. Man habe nichts gegen Meinungsfreiheit aber Björn Höcke sei der politische Gegner und der gehöre schließlich vernichtet. Früher hat das die radikale Linke noch mit der Knarre erledigt und Bonzen im Kofferraum durch die Gegend gefahren. Aber für sonnenbebrillte Machos nach Art Adreas Baader ist heute kein Platz mehr, seitdem uns in unseren Bildungseinrichtungen aufgeweichte Gutmenschen zu verstehen gegeben haben, dass physische Aggression, durch den Geschlechtsdimorphismus ein Vorteil des Mannes, unfair sei. Nicht nett aber politisch unproblematisch hingegen sei es, den Gegner durch Psychoterror fertig zu machen. Und das zieht das ZPS jetzt wohl durch.

Als Anhänger des Rechtsstaates würde ich mich jetzt über den Räumungsbefehl freuen. Nicht wegen Höcke, wegen den Idioten/innen vom ZPS.

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