Zeitumstellung ja, aber jeder für sich bitte

Die Frühaufsteher, welche sich schon immer und schon immer zu Unrecht schamlos als die fleißigeren inszenieren, haben sich durchgesetzt und lassen von höchster weltlicher Stelle im Frühling die Uhr einfach eine Stunde vorstellen. Für alle. Was für ein absurder Vorgang. Man würde denken, dass in einer aufgeklärten Gesellschaft sich die Zeit an astronomischen Konstellationen orientierte und Arbeitszeiten hingegen durch Arbeits-/Tarifverträge geregelt würden. Wir sind aber nicht aufgeklärt.

Ich fände es fairer, wenn in Arbeitsbereichen, in denen individuelle Arbeitszeiten (z.B. Gleitzeit) aufgrund der Art der Arbeit (z.B. Bandarbeit) nicht möglich sind, die Belegschaften über eine betriebsinterne Zeitumstellung abstimmen und alle anderen in Ruhe ließen.

Dann hätte auch dieses halbjährliche Hickhack ein Ende, an dem sich immer wieder alle möglichen Interessengruppen (Frühaufsteher, Langschläfer, Fabrikarbeiter, Freischaffende, Eltern, Taugenichtse, Arbeitsbienchen…) in ihren Anstrengungen überbieten, wer denn nun mehr Recht darauf hätte, die Zeit für alle zu ihrem eigenen Vorteil zu manipulieren.

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